5vorCannes – Johannes Dörig

Der Jungkreative reist nächste Woche bereits zum zweiten mal nach Cannes, um die Schweiz bei der internationalen Young Creatives Competition zu vertreten. Hype5 hat Johannes Dörig 5 Fragen gestellt.

Geposted am 12. Juni 2013 von Daniel Gremli

johannesdoerig
2011 und 2012 den ADC Young Creatives Award abgeräumt: Johannes Dörig.

Du hast bereits zweimal den ADC Young Creatives Award gewonnen und bist nächste Woche zum zweiten mal bei den Young Lions dabei. Was ist dein Erfolgsrezept?
Keine Ahnung, ob das ein Erfolgsrezept ist, aber ich, respektive wir, haben immer versucht, neue Wege zu gehen. Wir haben es genossen, mal völlig ohne die Fesseln von Daily-Business und Kundenwünschen unsere eigenen Ideen zu präsentieren. Dazu kommt, dass vor zwei Jahren beim ADC Young Creatives Award die Bewertungskriterien geändert haben. Kampagnen, die auf einer grossen Idee basieren und in verschiedenen Medien auf verschiedene Arten gespielt werden können, wurden gegenüber Einzel-Sujets bevorzugt. Genau das haben wir durch harte Arbeit umzusetzen versucht. Zum Glück ist uns das zwei Mal sehr gut gelungen.

Wurdest du nach deinen Erfolgen mit Jobangeboten überhäuft?
Ich wurde nicht mit Jobangeboten überhäuft, doch die beiden Gewinne haben mir definitiv geholfen. Zum einen, weil ich so als Junior zwei vorzeigbare Kampagnen aus meiner eigenen Hand in der Mappe hatte. Und zum anderen, weil mein Name durch die Fachpresse wanderte und ich somit in der Branche (hoffentlich) ein Begriff bin. So konnte ich kurz nach dem zweiten Gewinn des ADC Young Creatives Award zu Leo Burnett Schweiz wechseln. Es lohnt sich also definitiv, die Chancen an solchen Nachwuchswettbewerben wahrzunehmen, wenn sich dadurch die Türen von solchen Top-Agenturen öffnen können.

In wenigen Tagen starten die Cannes Lions. Mit welchen Erwartungen reist du nach Südfrankreich?
Definitiv mit höheren Erwartungen an mich selbst als letztes Jahr. Im Jahr 2012 hatten wir in der Kategorie „Cyber“ gewonnen und mussten in Cannes gegen absolute Digital-Profis antreten und einen funktionierenden Flash-Banner programmieren. Da waren wir technisch sehr limitiert, so dass ein Gewinn fast unmöglich wurde. Denn neben der Idee ist in dieser Kategorie die Umsetzung und vor allem die Funktionalität sehr wichtig. Dieses Jahr dürfen wir in der Kategorie „Print“ antreten, die quasi unsere Kernkompetenz ist. Da ist klar, dass die Erwartungen steigen.

In Cannes ist um die Uhr etwas los. Kann man sich neben den ganzen Vorträgen, Award Shows und Parties überhaupt noch auf den Wettbewerb fokussieren?
Das geht relativ gut, da die Print-Competition gleich am ersten Tag des Aufenthalts startet und 24 Stunden dauert. Während dieser Zeit denkt man gar nicht an Parties oder andere Dinge wie Essen und Schlafen. Nach der Abgabe der Arbeit steht aber das Vergnügen und die Inspiration im Mittelpunkt. Für uns „Junge“ gibt es viel zu entdecken und spannende Leute zu treffen. Ich habe die Young Lions Competition in Cannes als Türöffner erlebt, deren Teilnahme bei den „Grossen“ für Beachtung sorgt.

Was ist dein Rat an die Schweizer Young Lions, die dieses Jahr zum ersten Mal dabei sind?
Am wichtigsten finde ich, von dieser einmaligen Gelegenheit möglichst viel zu profitieren. Sich mit den 40 besten Teams der Welt messen zu können, empfinde ich als Privileg. Die Konkurrenz ist super hart, deshalb würde ich empfehlen, etwas zu wagen, um aus der Masse herauszustechen. Die „sichere“ Lösung wird kaum reichen, um die Arbeiten der anderen Teams zu übertreffen.

Neben Johannes Dörig und seiner Teampartnerin Susana Gonzalez-Müller (Kategorie Print) werden nächste Woche auch Jumana Issa und Joelle Hauser (Film) und Niels Schäfer und Pedro Moosmann (Cyber) bei der Young Lions Competition im Einsatz sein. Hype5 wird berichten, wie sich die Schweizer Talente in Cannes schlagen.

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