5vorCannes – Innovative Thunder

Eine der höchsten Auszeichnungen in Cannes ist der Cyber Grand Prix. 2011 gewann ihn das Kreativteam Innovative Thunder. Hype5 hat dem deutschen Duo 5 Fragen gestellt.

Geposted am 29. Mai 2012 von Daniel Gremli
Innovative Thunder sind Christian Behrendt (links) und Leif Abraham (rechts).

 

2010 schrieben Christian Behrendt und Leif Abraham das Buch “Oh My God What Happened and What Should I Do?”. Als sie nach einem Weg suchten das Buch zu vertreiben, hatten sie die Idee zu “Pay with a Tweet“, dem ersten sozialen Zahlungssystem. Dafür gab’s 2011 in Cannes den Cyber Grand Prix.

Aktuell sind die beiden Deutschen bei R/GA in New York als Creative Directors tätig. R/GA ist ihre zweite Station in den USA: Nachdem sich Behrendt und Abraham 2005 bei Jung von Matt Hamburg getroffen hatten, schufen sie 2008 den Brand “Innovative Thunder” und heuerten bei  Crispin Porter + Bogusky in Colorado an, wo sie unter anderem an der “Twelpforce“-Kampagne für Best Buy arbeiteten, die 2010 in Cannes den Titanium Grand Prix gewann. Besonders bemerkenswert an dieser Geschichte: Leif Abraham, die eine Hälfte des Duos, ist heute erst 26 Jahre alt. Er nahm sich die Zeit, uns 5 Fragen über gute Ideen und die Zukunft der Werbung zu beantworten.

1. Wie kommt ihr zu euren Ideen? Geht ihr nach bestimmten Regeln vor oder kommen euch die Ideen unter der Dusche?
Viel ist Erfahrung. Das Gehirn ist auch nur ein Muskel, der trainiert werden muss, je mehr und öfter man sich Ideen ausdenkt und Feedback gibt, desto besser funktioniert es. Eine Taktik die wir jedoch gerne anwenden ist, wie wir es nennen, ‘The list of things that suck’. Man macht einfach eine Liste von allen Dingen die am Produkt und/oder dem Altag rund um das Produkt nerven und versucht diese Probleme zu lösen. Ein Beispiel: Für unseren Kunden Lawry’s (Marinaden & Co.) kam bei der Liste der Insight raus, dass Kinder immer das gleiche essen wollen. Basierend darauf haben wir eine Agentur ins Leben gerufen die Eltern hilft, neue Gerichte an ihre Kinder zu verkaufen: Dinnertising Inc. (Case Study anschauen)

2. Was macht eine gute Idee aus?
Was im Allgemeinen eine gute Idee ausmacht ist natürlich schwierig zu sagen, da das ganz nach der Aufgabe variiert. Die besten Ideen kann man jedoch oft in einem Satz erklären. Eine Idee auf die wir immer noch super neidisch sind, ist Fiverr.com: Auf dieser Plattform verkaufen Leute ihre Dienste für 5 Dollar. Nicht mehr, nicht weniger. Fiverr verdient jedoch $1 an jeder Transaktion.

3. Was muss man heute als Kreativer mitbringen, damit man bahnbrechende Ideen entwickeln kann?
Naivität und Neugierde. Man muss naiv an seine Aufgaben rangehen und den Drang haben, immer Neues entdecken und ausprobieren zu wollen. Wir haben heute als Kreative die Chance, alles noch einmal zu hinterfragen um mit neuen Innovationen um die Ecke zu kommen. Naivität hilft da immens.

4. Die Werbung ist im Umbruch: Statt klassischen Kampagnen entwickeln Agenturen heute Apps, Plattformen oder mehr und mehr auch Produkte für ihre Kunden. Wie wird in fünf Jahren Werbung gemacht?
Die Grenzen zwischen Werbung, Produktentwicklung, Distribution etc. verschwimmen mehr und mehr. Der Outcome der Agenturen wird ähnlich bleiben, jedoch um einiges facettenreicher, da die Gelder breiter verteilt werden. Ausserdem müssen Agenturen agiler werden, da Projektarbeit dominieren wird. Ich glaube kleinere, agilere Agenturen und Collectives werden mehr und mehr die Markenführung übernehmen und die grossen Agenturschiffe mehr und mehr adaptieren und ausarbeiten.

5. Ihr habt bei einigen der besten Agenturen der Welt gearbeitet und schon ziemlich alle Awards abgeräumt, die’s abzuräumen gibt. Was hat man da noch für Ziele?
Wenn man morgens aufwacht zu wissen, dass man richtig gute Sachen macht, welche die Leute mögen und nutzen. Und dieses Ziel jagt einen jeden Tag aufs Neue.

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